Nassstrahlen

Nassstrahlen, Vaporhoning, Aquablasting, Wetblasting...

Der Vergleich zu Nass- und Trockenstrahlen (z.b Sandstrahlen)

Der Vergleich der zwei Verfahren ist relativ einfach gemacht. Beim weit verbreiteten Trockenstrahlen (Sandstrahlen, Glasperlen usw.) wird durch den Aufprall des Strahlguts die Oberfläche deformiert, das hat eine Umstrukturierung der Oberflächenbeschaffenheit zur Folge. Bei Metallen wird Beispielweise die Oxidschicht durch Abplatzen entfernt, leider wird hier meist die Oberfläche stark beschädigt. Dies macht sich z. B. durch sehr schnelles nachdunkeln, Ausgasen bei Hitze, extreme Schmutzbindung u. v. m. bemerkbar.

Beim Nassstrahlen wird die Oberflächenbeschaffenheit nicht verändert. Es wird kein Material abgenommen oder gar Strahlgut Reste in das Material eingebracht. Oxidschichten, Verkokungen, Schmutz oder andere Fremdstoffe werden durch das abrollende Strahlgut auf der Werkstückoberfläche entfernt. Das rollende Strahlgut reinigt die Oberfläche und hat den sehr positiven Nebeneffekt der Oberflächen Nachverdichtung. Somit ist die Oberfläche um einiges resistenter.

Je nach Anforderung kann durch den Einsatz verschiedener abrasiven Strahlmitteln die gewünschte Oberflächengüte erreicht werden.

Das Trockenstrahlen (z.B. Sandstrahlen) von Bauteilen ist das um einiges schnellere, sowie für den Anbieter wirtschaftlichere Verfahren. Man sieht sofort einen Unterschied an der zu bearbeitenden Oberfläche, der allgemeine Kunde ist schnell zufrieden. Deshalb ist das Trocken-Strahlverfahren auch ziemlich weit verbreitet, denn hier ist der wesentliche ausschlaggebende Punkt, der wirtschaftliche Faktor für Anbieter und Auftraggeber.

Die Kehrseite wird leider oft nicht gesehen: Extreme Belastung durch Feinstaub (erhöhtes Krebsrisiko für den Bediener), sehr hoher Luftkonsum und dadurch sehr energetisch aufwendig. Entstehen von Sondermüll (Strahlgut, vermischt mit Ölen/Fett/Lackpartikel usw.)

Vorteile

Beim Nassstrahlverfahren, (Aqua-Blasting /Vapor-Honing) wird mit Hilfe von Wasser der Prozess der Oberflächenbearbeitung besänftigt. Es bilden sich keine Strahlguteinschläge auf der Oberfläche. Durch den Wasserstrom rollt das Strahlgut lediglich auf der Werkstückoberfläche ab und poliert diese. Je nach Strahlmittel verändert sich die Oberflächengüte. Bei Verwendung von z.B. Glasperlen wird die Oberfläche poliert, eine tief matt glänzende Oberfläche entsteht. Hingegen wird bei der Verwendung von Aluminiumoxyd oder gar Edelkorund die Oberfläche matt und stumpf. Hier gilt es auf den Einsatzbereich und die individuellen Kundenwünsche einzugehen.

Umwelt & Gesundheit

Das Nassstrahlverfahren sorgt nicht nur für einen zufrieden Kunden, sondern ist hingegen zum Trocken-Sandstrahlen Umweltfreundlicher und nicht gesundheitsgefährdend.

Es bildet sich kein mikroskopischer Feinstaub, der sich beim Vorarbeiter in der Lunge absetzt. Das erzeugte Strahlmittel hält durch die homogene Wasser Emulsion um ein Vielfaches länger, dies kommt der Umwelt auch wieder zugute. Außerdem werden Fette und weitere hydrophobe Feststoffe direkt durch vorhanden Wasser an einem Überlauf vom Strahlgut getrennt.

Das übrigbleibende Strahlgut ist rein von Ölen und Fetten.

Fazit

Das Verfahren ist um einiges langsamer und benötigt mehr Zeit. Dies schlägt sich im Preis nieder. Außerdem sind die Anschaffungskosten um ein Vielfaches höher. Doch das Ergebnis der Bearbeitung spricht für sich, jeder der einmal ein Nassgestrahltes Bauteil vor sich hatte will nie wieder etwas anderes. Vor allem durch die verdichtete Oberfläche bleiben Bauteile wesentlich nachhaltiger vom Schmutz befreit.

Impressionen